Montag, 28. Juli 2014

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Dienstag, 22. Juli 2014

[BuchBlubb] ► Incarceron (Catherine Fisher)



Gefangen. 
Fliehend.
Frei?
♠EN: Incarceron
♠Verlag: Penthaligon (2013)
♠Seiten: 480
♠Genre: Dystopie
♠Reihe: Finn&Claudia #1

Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis mit vielen Gesichtern. In gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten oder endlosen Weiten hält es seine Insassen fest und fordert für Freundschaft, Vertrauen oder gar die Hoffnung auf Flucht einen hohen Preis. Niemals wird es einen der seinen freigeben, auch nicht den Häftling Finn Sternseher. Er mag in Claudia, der Tochter des Gefängnishüters, als erster seit Langem eine Verbindung nach außen gefunden haben und tatsächlich will sie ihm aus ganz eigenen Gründen zur Flucht verhelfen. Aber Incarcerons Augen sind überall. Immer. Denn in diesem Gefängnis herrschen eigene Gesetze. Dieses Gefängnis lebt...



1st: >> Man hatte Finn zu Boden geworfen und an die steinernen Platten des Transitweges gekettet. <<





Angeschwemmt... werden sollte das Buch eigentlich überhaupt nicht. Aber dann hatte ich erst Pech mit dem BdB-Gewinn von "Sapphique" und zu allem Überfluss wurde mir "Incarceron" auch noch bei Arvelle ungewollt aufgedrängt. Tragisch. Wer Ironie findet, der darf sie gerne behalten.

Abgetaucht... bin ich sehr gespannt und neugierig, weil ich die Idee hinter Catherine Fishers Geschichte so interessant fand. Incarceron ist ein lebendes Gefängnis, gleichzeitig Zelle und Wärter, das für seine Insassen sozusagen Gesetz, Richter und Aufseher - oder eher Vollstrecker - vereint und dabei schon lange keine mildernden Umstände mehr kennt. Denn was als perfekte Welt gedacht war, um sich der Straftäter einer ganzen Gesellschaft ein für alle Mal anzunehmen, das hat über die Jahrzehnte hinweg ein Eigenleben entwickelt und "innen" könnte sich heute nicht stärker vom Paradies unterscheiden. Auch das Konzept für "außen" ist spannend: Die Bewohner eines Königreichs in ferner Zukunft werden vom höfischen Protokoll zu einem Leben nach den Gepflogenheiten viktorianischer Vergangenheit gezwungen. Für sie steht die Zeit still und neue Erfindungen in Kunst, Technologie oder Medizin sind strengstens verboten. Das sind in etwa die Informationen, mit denen man als Leser ins Geschehen geworfen wird und ich mag es eigentlich sehr gerne, mir die Welt und das Prinzip hinter einer Geschichte zu erlesen. Leider wusste ich aber auch 480 Seiten später nur bruchstückhaft mehr, als am Anfang. Frau Fisher schreibt zwar unterhaltsam, aber für ihr komplexes Worldbuilding nicht anschaulich genug. Es ist, als würde man ein Mikroskop benutzen und dabei das Objektiv wahllos verschieben: Hier und dort ein Einblick, doch bei all den dunklen Flecken will sich einfach kein Gesamtbild ergeben. Das fand ich extrem schade, weil man die Grundidee schon mit ein paar zusätzlichen Informationen so viel besser zur Geltung hätte
bringen können.

Badegäste... sind die Gefangenen "Innen" und die Bewohner von "Außen". In Incarceron folgen wir Finn, der die unterschiedlichsten Rufnamen besitzt: Sternseher, Eidbruder, Retter, Verräter. Er träumt von den Sternen und von Apfelkuchen, aber stammt er wirklich von außerhalb? Finn zumindest ist überzeugt davon, und als es in seinem Clan zum Eklat kommt, will er erreichen, was noch niemandem gelang: die Flucht. Er ist aber nicht der klassische Anführer- leider. Mit wenig Plan und unglaubwürdig vielen Skrupeln stolpert er vor sich hin und zieht die Geschichte hinter sich her. Ich konnte diesen selbst ernannten Gutmenschen nicht mit jemandem in Einklang bringen, der bisher nur die erbarmungslosen Regeln des Gefängnisses gekannt haben soll und mir war Finn insgesamt zu blass. Viel interessanter fand ich seine Weggefährten, die ihm aus den unterschiedlichsten Gründen folgen und die auch ein paar schlechte Charaktereigenschaften und sogar Geheimnisse haben durften! Am liebsten war mir aber Claudia. Sie ist dem Thronfolger versprochen und wurde von ihrem Vater von Kindesbeinen an im Umgang mit Degen, Verstand und Zunge gleichermaßen geschult, um eines Tages bei den Ränkespielen am Hof als Siegerin hervorzugehen. Tagein, tagaus trägt sie die Maske der egoistischen Diva und auch darunter ist sie ein kleines Biest. Das mag manchmal ein wenig nerven, ist aber erfrischend authentisch. Claudia steht dazu, in erster Linie an sich und ihre Liebsten zu denken. Dieses Ziel verfolgt sie kompromisslos und ich mochte diese resolute Art sehr gerne. Leider hatte die Autorin aber auch "außen" nicht für alle Tiefgang übrig und hier mussten die Nebencharaktere zurückstecken. Sie erfüllen als "böse Königin", "kaltherziger Vater" oder "weiser Freund" ihren Zweck, mehr aber auch nicht.

Schwimmzüge... waren ebenfalls zweigeteilt und das hat die Autorin geschickt gemacht. Während Finn aus Incarceron fliehen will, beneidet Claudia ihn in ihrem goldenen Käfig um sein vermeintlich perfektes Gefängnis und nur der Leser weiß es für beide besser. Diese stetig wechselnde Setting bietet der Handlung ein tolles Parkett, aber bis zum Tanz dauert es leider eine Weile. Wer nicht völlig auf der Fischsuppe dahergeschwommen kommt, der weiß zwar früh, warum Claudia Finn unbedingt befreien muss. Aber für meinen Geschmack waren es am Anfang trotzdem zu viele aneinandergereihte Szenen, die man nicht so recht einordnen kann. Spannender wird es erst, als Claudia den Schlüssel zum Gefängnis stiehlt und Kontakt zu Finn aufnimmt. Wer jetzt an ein aufgesperrtes Tor oder einen Besucherraum denkt, der wird schnell eines Besseren belehrt. So einfach macht es die Autorin sich und ihren Charakteren nämlich nicht und ich will über das Geheimnis hinter Incarceron auch gar nichts verraten. Aber der Fluchtweg - von den Häftlingen nach einer alten Legende nur "Sapphiques Weg" genannt - ist definitiv spektakulär und bietet allerlei (un)möglicher Überraschungen, an denen vor allem Kopfkino-Freunde jede Menge Spaß haben werden.


Ein ungewöhnliches dystopisches Setting, aber zum uneingeschränkten Genuss der genialen Grundidee fehlt es leider stellenweise an Details und Tiefgang.
Inhalt: ♥♥♥♥ || Atmosphäre: ♥♥♥♥♥ || Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache: ♥♥♥♥♥ || Aufmachung: ♥♥♥♥♥
Lesespaß: ♥♥♥♥♥
22.07.2014