Dienstag, 30. September 2014

[BuchBlubb] ► Vorsätzlich verliebt (Jill Mansell)



Gerücht?
Munition!
Action!!
♠EN: Rumour Has It
♠Verlag: Fischer (2012)
♠Seiten: 416
♠Genre: Humor, Romantik
♠Reihe: -

Als Tilly aus heiterem Himmel von ihrem Freund verlassen wird, ist das der ideale Zeitpunkt für einen Tapetenwechsel. Kurz entschlossen zieht sie zu einer Freundin aufs Land. Doch die vermeintliche Idylle entpuppt sich schnell als Haifischbecken aus Klatsch, Tratsch und Intrigen. Hier wird der Kampf um attraktive Männer mit Verbissenheit geführt, und dass Tilly überhaupt nicht in den Ring steigen will, das interessiert keinen. Schon gar nicht Jack. Die einen mehr, die anderen weniger selbstlos, raten die Dorfbewohner Tilly geschlossen davon ab, sich in die lange Liste seiner Eroberungen einzureihen. Dummerweise wird er ihr immer sympathischer, je besser sie ihn kennenlernt. Könnte er doch der Richtige sein? Doch um das herauszufinden, müsste Tilly sich auf das rufmörderische Parkett der Singlefrauen im Dorf wagen...


1st: >> Schon komisch. <<






Angeschwemmt... wurde das Buch beim großen Thalia-ME-Flohmarkt. Es gibt ein paar Autoren, die schließe ich am Abend vorher in meine "Bitte, bitte, lass mich finden!"-Gebete ein und Jill Mansell ist mit ihren witzigen Liebesgeschichten da ganz vorne dabei. Außerdem liebe ich Gestaltung und Schriftzug der Bücher.

Abgetaucht... bin ich voller Vorfreude - schließlich hat mich die Autorin noch fast nie enttäuscht - und das völlig berechtigt. Es gibt diese Bücher, bei denen weiß man einfach, dass sie gut werden und "Vorsätzlich verliebt" ist eines davon. Das war mir schon nach einer einzigen Seite aus der Sicht von Tilly klar: Ich habe geschmunzelt und gelacht, hatte einfach Spaß und Freude am Lesen und genau so ging es auch weiter. Die Chemie zwischen Frau Mansell und mir passt einfach. Sie schreibt so herrlich witzig, mit viel Liebe zum Detail und einem scheinbar unbegrenzten Vorrat an skurrilen Szenen, dass sie mich auf ganzer Linie bestens unterhalten hat. Der Humor ist ironisch, oft übertrieben und selten ganz ernst zu nehmen, aber immer charmant und er passt wunderbar ins Setting der Kleinstadt. Willkommen im Reich von Klatsch und Tratsch kann ich da nur sagen! 

Badegäste... lassen einem eigentlich gar keine andere Wahl, als sie gern zu haben oder zumindest ihren Unterhaltungswert anzuerkennen. Die Protagonistin Tilly an sich ist schon eine Marke: verrückt, liebenswert, schrullig und ein wenig komplexbehaftet. Wie soll man eine Frau beschreiben, die sich schon auf den ersten fünf Seiten mit Fish&Chips bewaffnet zu einem Mülltonnen-Bocksprung provozieren lässt und dabei mit gespreizten Beinen (und jeder Menge Mayonnaise) auf der Kühlerhaube eines Porsche landet? Tilly ist einzigartig, sympathisch und hat ein Talent für Chaos und Blamagen. Ihr Herz ist nah genug am rechten Fleck, um sie gern zu haben und weit genug weg für jede Menge schadenfrohen Humor. Gibt es eine unterhaltsamere Protagonistin? Dann ist da natürlich noch der Besitzer von besagtem Porsche: Jack. Charmeur und Herzensbrecher, theoretisch Witwer und noch ein paar Dinge mehr, die Tilly meidet. Aber eben leider auch heiß vom Typ "Ich will dich hier, jetzt und mit nichts als einer Schleife um den Hals" mit Sinn für Tillys Katastrophen-Humor und dazu noch ein richtig guter Kerl. Oder?  Auch die Nebencharaktere sind - typisch Jill Mansell - durchweg verrückt und liebenswert. Ein bisschen überzogen vielleicht, ja, aber dafür sprühen Funken und Witz, treffe, wer da wen wolle. Die Autorin hat sich mit jedem Einzelnen wirklich viel Mühe geben und nicht einmal die verwöhnte Katze der Bald-Ex-Frau des neuen Freundes von Tillys bester Freundin vernachlässigt.

Schwimmzüge... könnte der Originaltitel "Rumour has it" nicht besser beschreiben, denn in dieser Kleinstadt regiert die Gerüchtemafia und deren Maschinerie arbeitet teuflisch effektiv. Die ganze Geschichte hat etwas von "Desperate Houswifes", nur ein wenig züchtiger und mit weniger Todesfällen. Aber auch hier kann der Weltfrieden einpacken, wenn "Wer mit wem und wieso nicht mit mir?" gespielt wird. Typisch Jill Mansell gilt das natürlich nicht nur für die Protagonistin Tilly, sondern auch für ihre beste Freundin, ihren Vermieter, dessen Ex-Frau und noch manchen mehr. Zu viele Zielscheiben für den guten alten Amor? Keine Sorge, der behält den Überblick und hat sogar noch Zeit, um den Charakteren das Liebesleben ein bisschen schwer zu machen, bevor es endlich an das Verteilen von "Happily ever after" geht. Denn auch in diesem Buch wollte die Autorin wieder für fast alle das Beste und darin liegt auch mein einziger Kritikpunkt. Mir war es gegen Ende hin an der einen oder anderen Front ein bisschen zu viel des Zuckers. Aber das ist Meckern auf hohem Unterhaltungsniveau. Insgesamt bietet "Vorsätzlich verliebt" vor allem dank "Fettnäppchen Ahoi"-Tilly jede Menge herrlich witziger Szenen. Darf es eine extra Portion skurril-liebenswerter Pseudo-Dramen sein? Dann seit ihr hier genau richtig.
 

Eine Wohlfühl-Geschichte zum (aus-)lachen und schmachten: Witzig, skurril und romantisch, was will man mehr?
Inhalt: ♥♥♥♥ || Atmosphäre: ♥♥♥♥ || Charaktere: ♥♥♥♥
Sprache: ♥♥♥♥ || Aufmachung: ♥♥♥♥♥
Lesespaß: ♥♥♥♥

30.09.2014

Donnerstag, 25. September 2014

[geQuakt] ► Ewig jung für 'n Appel und 'n Arvelle-Ei



Die anstehenden Aufgaben für die Uni türmen sich in schwindelerregender Höhe, mein Zimmer wird vom Staub regiert und von ausstehenden Rezensionen will ich gar nicht erst anfangen. Genau der richtige Zeitpunkt also, um mal wieder ein bisschen aus dem Teichkästchen zu plaudern. Vor einiger Zeit hatte ich euch von meinen Erfahrungen mit dem Online-ME-Händler Arvelle berichtet und großspurig erklärt, dass mein dritter bzw. vierter Beutezug noch auf sich warten ließe. Tja. Hm. Also... Hand aufs Froschherz, inzwischen bin ich nicht nur einmal schwach geworden. Aber das ist eine Geschichte, die bald und bebildert auf einem anderen Seerosenblatt geschrieben stehen wird.

Heute schnappe ich lieber nach dem neuesten Arvelle-Köder zum Thema "Kinder-&Jugendbücher", der eine - ehrliche - Liebeserklärung mit einem Gutschein belohnt. Blogger unter euch haben vielleicht auch eine Flaschenpost bekommen für alle, die "(...) glückliche Eltern seid und mitreden könnt, wenn es um Bücher für Eure Kinder geht (...)". Keine Sorge, ihr habt keine Kaulquappigen News verpasst. Es kann nur einen Frosch geben! Für amphibischen Teichnachwuchs bin ich mir noch zu jung, aber damit eben auch noch nicht alt genug, um nicht selbst noch jede Menge Badespaß in diesem Genre haben zu können. In diesem Sinne, Teichconnection proudly presents:

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Die Planung
Liebe Froschfreunde, wer kennt das Problem nicht? Da entschließt man sich steinschweren Herzens dazu, doch und gegen den eigenen Willen eine Bestellung bei Arvelle aufzugeben und dann das: 34.154 Artikel stehen zur Auswahl. Himmel und Teichhölle! Für jemanden, der schon bei der simplen Wahl zwischen (letztendlich identisch schmeckenden) Joghurtsorten Kirsch und Erdbeere jämmerlich scheitert, ein herrlicher Albtraum. Was also tun? Alle Artikel durchgehen und uneingeschränktes "Ab ins Körbchen" spielen? Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich behaupte: ganz schlechte Idee. Also zurück zum Thema, warum gerade Kinder- und/oder Jugendbücher? Weil ich fast alles Andere auch auf den Mängelexemplar-Tischen in meiner Nähe finde. Sind wir doch mal ehrlich, die gibt es mittlerweile schließlich wie Algen im Teich und wer von euch kennt keinen Supermarkt, der einen nicht kurz vor der Kasse doch noch in Versuchung führt? Na? Eben. An Krimis, Thrillern, Romantik und Fantasy herrscht dort meist nur wenig Mangel und preislich sind die Taschenbücher meistens sogar attraktiver, als z.B. bei Arvelle oder Online-Restposten diverser Buchhandelsketten. Aber ganz anders die Lage bei Jugendbüchern, die ich mit Vorliebe in gebundener Form lese. Weil es so schön glitzert. Da liegt meine Trefferquote bei jämmerlichen "Alle drei Jahre" und nicht, dass man nichts anderes zu lesen hätte, aber gewährleisteter Nachschub sieht anders aus.

Die Rechnung
Während ich also bei Taschenbüchern im Vergleich zum Neupreis knapp 5€ spare und im Vergleich zu ME-Kisten sogar manchmal Miese mache, lässt die Rechnung bei gebundenen Jugendbüchern meine innere Schwäbin aufkreischen. So geschehen neulich am Teichrand, als ich endlich die Reihe "Der Clan der Otori" von Lian Hearn vervollständigen wollte. Neupreis für "Die Weite des Himmels": 24.99€. Autsch. Reduzierter Mängelexemplar-Preis bei Arvelle: 9,99€. Yay!!! Aber Moment! Geht es nicht noch billiger? Klar geht das, denn die meisten Gebrauchthändler sind - teilweise und je nach Angebot&Nachfrage - preislich attraktiver. Ja, ich habe sie alle verglichen *hust*  Warum also trotzdem und gerade Arvelle? Ich habe in meinem letzten Bericht schon davon geschwärmt, was es mir bedeutet, ein Buch ohne (deutlich) sichtbare Lesespuren in den Händen halten zu dürfen. Während ich bei einem gewissen Gebrauchthändler der bekannt anfängt und mit uy aufhört diesbezüglich leider nicht die besten Erfahrungen gemacht habe, hatten die Hardcover von Arvelle im wahrsten Sinne des Wortes keinen einzigen nennenswerten Kratzer. Nicht unter dem Schutzumschlag. Nicht auf dem Schutzumschlag. Nada. Dieser Unterschied zwischen "praktisch neuwertig" und "offensichtlich gebraucht", der je nach Buch nur ein paar Euro kostet, ist für mich ausschlaggebend.

Das Fazit
Lange Rede, kurzer Quak: Warum Jugendbücher und warum gerade bei Arvelle? Ersteres, weil ich sie liebe-liebe-liebe und dieses Genre vermutlich auch noch in einem halben Jahrhundert mein ganz persönlicher Jungbrunnen sein wird. Zweites, weil es für mich und meinen Studentengeldbeutel bei der Waagschale Preis<->Zustand keine bessere Alternative gibt. Die Argumentation funktioniert natürlich auch für Eltern, Schwaben und wer da draußen sonst noch zwar gerne spart, das aber eben nicht um jeden Preis tun möchte.